Mitarbeiterin in schwarzem Firmenwagen

Die 1 %-Regelung: Wie Sie Firmenwagen richtig versteuern

Ein Firmenwagen bietet sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern viele Vorteile. Schließlich sind Ihre Mitarbeiter mit einem repräsentativen Dienstwagen mobil, flexibel unterwegs und motiviert. Was die Lohnsteuerabrechnung und die Einkommenssteuererklärung angeht, sieht die Sache aber anders aus. Hier wird durch den Firmenwagen alles komplizierter. Denn private Fahrten Ihrer Mitarbeiter mit dem Firmenwagen müssen ordentlich versteuert werden. Wir erklären, welche Möglichkeiten zur Versteuerung es gibt und was es mit der 1 %-Regelung auf sich hat.

Inhalt

1. Dienstwagen bei SIXT
2. Versteuerung von Firmenwagen
3. Die 1%-Regelung für Firmenwagen in der Praxis
4. 1%-Regelung für Firmenwagen mit alternativen Antrieben

Dienstwagen bei Sixt

Firmenwagen gehören zu den beliebtesten Zusatzleistungen für Arbeitnehmer. Viele Beschäftigte würden freiwillig auf rund 10 % ihres Gehalts verzichten, wenn ihr Arbeitgeber ihnen im Gegenzug einen Dienstwagen zur Verfügung stellte. Dabei profitieren nicht nur Angestellte, sondern auch der Arbeitgeber von steuerlichen Erleichterungen rund um Firmenwagen und geschäftlich genutzte Fahrzeuge. Dazu kommt: Nie war es einfacher Ihre hochrangigen Führungskräfte, verdiente Mitarbeiter und Außendienstler mit einem repräsentativen Firmenwagen auszurüsten. In unserer Firmenkunden-Flotte finden Sie für jeden Dienstwagen-Typ und für alle Ansprüche das richtige Fahrzeug – natürlich zum günstigen Businesstarif.
SIXT Dienstwagen

Was genau versteht man unter einem Dienstwagen?

Die Begriffe Dienstwagen und Firmenwagen sind in Deutschland gesetzlich nicht definiert. Wenn Sie als Arbeitgeber einem Mitarbeiter einen Dienstwagen zur Verfügung stellen, verpflichten Sie sich mit dieser Bezeichnung erst einmal zu gar nichts. Vielmehr können Sie alle Rechte, Pflichten und Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem Firmenwagen frei bestimmen. Wichtig werden Firmenwagen in der Regel, wenn es um steuerrechtliche Bestimmungen geht. Hier gilt das vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Fahrzeug nämlich, unabhängig von seiner Bezeichnung, als geldwerter Vorteil und muss dementsprechend versteuert werden.

Firmenwagen – die Nutzung ist entscheidend

Im Rahmen einer Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung ist die Einordnung als Firmenfahrzeug denkbar einfach. Das Kfz gehört dem Unternehmen und wird einem Angestellten vertraglich geregelt zur Nutzung überlassen. Komplizierter wird die Kategorisierung hingegen bei Einzelunternehmern und Selbstständigen. Hier entscheidet vor allem die anteilige Nutzung darüber, ob es sich formell um ein Dienstfahrzeug oder ein privates Auto handelt. Um ein Kfz mit dem Betriebsvermögen anschaffen und unterhalten zu dürfen, muss es mindestens zu 10 % betrieblich genutzt werden. Ab einer geschäftlichen Nutzung von 50 % muss es zwingend zum Firmenvermögen gezählt und die private Nutzung dementsprechend als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Versteuerung von Firmenwagen

Durch die Bereitstellung eines Firmenwagens durch den Arbeitgeber entstehen Arbeitnehmern in zweierlei Hinsichten besondere Vorteile:

  1. Nutzung des Pkw für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort
  2. Nutzung des Pkw für private Fahrten

Dabei geht das Finanzamt vom sogenannten Anscheinsbeweis aus. Das bedeutet, dass für den Fiskus allein die Existenz eines Dienstwagens ausreicht, um zu unterstellen, dass dieser auch privat genutzt und dementsprechend als geldwerter Vorteil berechnet und versteuert werden muss. Der Anscheinsbeweis kann jedoch auf verschiedene Arten widerlegt werden:

  • Die private Nutzung des Dienstwagens ist vertraglich ausdrücklich untersagt, wobei das Verbot auch kontrolliert und durchgesetzt wird
  • Der Arbeitnehmer besitzt privat ein vergleichbares Fahrzeug, das er oder sie nutzen kann
  • Der Firmenwagen eignet sich nicht zur privaten Nutzung beispielsweise, weil es ein Werkstattwagen oder besonderes Modell ist
  • Führen eines Fahrtenbuchs zeigt die Nutzung nur zu dienstlichen Zwecken

Die Alternative zur 1 %-Regelung: Das Fahrtenbuch

Arbeitnehmer und Unternehmer, die ihr betriebliches Fahrzeug auch privat nutzen, haben die Wahl: Sie können es entweder im Rahmen der 1 %-Regelung privat versteuern oder ein Fahrtenbuch führen. In letzteres müssen sie stets zeitnah alle gefahrenen Strecken sowie Anlass der Fahrt und weitere Daten eintragen. Durch Kilometerzählerstände kann genau nachverfolgt werden, wann das Auto zu welchem Zweck wie weit bewegt wurde. Den Finanzämtern ist es dann möglich nachzuvollziehen, wie hoch der geldwerte Vorteil durch den Firmenwagen tatsächlich ist. Wer den Dienstwagen privat nur wenig oder sogar gar nicht nutzt, kann mit einem Fahrtenbuch viel Geld sparen. In folgendem Blogbeitrag finden Sie mehr Informationen und Vorgaben zum Thema: Fahrtenbuch führen für den Firmenwagen

Die 1 %-Regelung für Firmenwagen in der Praxis

Die Versteuerung des Firmenwagens als geldwerter Vorteil geht nicht nur Ihren Arbeitnehmer, sondern auch Sie als Arbeitgeber etwas an. Die Nutzung des Firmenwagens muss, solange kein Privatnutzungsverbot ausgesprochen wurde, bei der Lohnabrechnung berücksichtigt werden: Der jährliche geldwerte Vorteil durch einen Dienstwagen ist nämlich nach wie vor lohnsteuerpflichtig. Um die fälligen Abgaben zu ermitteln, kann mit der 1 %-Regelung eine Pauschale festgesetzt werden. Der so bestimmte Betrag wird zum Bruttolohn Ihres Angestellten addiert und somit entsprechend von der Lohn- und Einkommenssteuer erfasst.

Die Grundlage der 1 %-Regelung: Der Bruttolistenpreis des Dienstwagens

Bei der Versteuerung von Firmenwagen nach der 1 %-Regelung wird die tatsächliche private Nutzung nicht berücksichtigt. Zu versteuernde Beträge werden pauschal festgesetzt. Der pauschal errechnete geldwerte Vorteil orientiert sich ausschließlich am Wert des Autos. Dieser wird durch den Bruttolistenpreis des Herstellers inklusive etwaiger Sonderausstattung und Umsatzsteuer zum Zeitpunkt der Erstzulassung bestimmt. Der tatsächliche Kaufpreis des Fahrzeugs ist hingegen unerheblich. Ein Grund, warum Gebrauchtwagen als Firmenauto für Arbeitnehmer mehr als unattraktiv sind.

Versteuerung von Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort

Zur Berechnung des geldwerten Vorteils aus Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. 0,03 % des Bruttolistenpreises pro Kilometer Entfernung (einfache Strecke)
  2. 0,002 % des Bruttolistenpreises pro tatsächlich durchgeführter Fahrt und Entfernungskilometer

Für die zweite Methode müssen natürlich entsprechende Nachweise vorliegen. Je seltener das Firmenauto für den Weg zur Arbeit genutzt wird, desto lohnender ist die Berechnung pro tatsächlich durchgeführter Fahrt. Wer an mehr als der Hälfte der Tage im Monat den Dienstwagen für den Weg zur Arbeit nutzt, ist mit der pauschalen Besteuerung von 0,03 % des Bruttolistenpreises günstiger dran.

Nutzt der Beschäftigte den Firmenwagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort, kann dieser Betrag, ähnlich wie ein Fahrtkostenzuschuss, vom Arbeitgeber pauschal versteuert werden. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer in seiner Einkommenssteuererklärung aber keine Entfernungspauschale im Rahmen der Werbungskosten mehr geltend machen.

Versteuerung der privaten Firmenwagennutzung mit der 1 %-Regelung

Der geldwerte Vorteil durch die Möglichkeit der privaten Nutzung des Firmenwagens wird pauschal mit 1 % des Bruttolistenpreises pro Monat versteuert. Das heißt, je hochwertiger und damit teurer ein Dienstauto ist, desto höher fällt auch der zu versteuernde Anteil aus.

Wichtig: Der Wechsel zwischen pauschaler Besteuerung nach der 1 %-Regelung und dem Führen eines Fahrtenbuchs und Abrechnung nach tatsächlich gefahrener Strecke ist prinzipiell möglich. Sie und Ihre Angestellten können also immer den größtmöglichen Vorteil aus Ihrem Firmenwagen herausholen – selbst wenn sich das Nutzungsverhalten drastisch verändert hat. Der Wechsel ist aber immer nur zum Jahresende oder bei Übernahme eines neuen Dienstwagens möglich.

1 %-Regelung für Firmenwagen mit alternativen Antrieben

Elektrofahrzeug wird aufgeladen
Die Regierung der Bundesrepublik sieht Elektromobilität als wichtige Zukunftstechnologie und fördert sie dementsprechend mit zahlreichen Maßnahmen. Neben Kaufprämien für Elektroautos und der Einrichtung attraktiver Parkplätze und Lademöglichkeiten in den Innenstädten gehören dazu auch Steuererleichterungen. Um die Nutzung von Elektroautos und sogenannten Plug-In-Hybriden als Firmenwagen attraktiver zu gestalten, fallen vom 1. Januar 2019 bis vorerst 31. Dezember 2021 geringere Abgaben an.

0,5 %-Regelung für Elektroautos

Voraussetzung für die Vergünstigungen ist, dass das entsprechende Elektroauto nicht bereits vor dem 1. Januar 2019 als Firmenwagen genutzt wurde. Es gelten nur Neuzulassungen, wodurch vor allem der Wechsel zu Elektroautos gefördert werden soll. Fahrzeuge, die die Kriterien für die Steuererleichterungen erfüllen, müssen für einen Zeitraum von vorerst drei Jahren nur mit der Hälfte des eigentlichen Betrages als geldwerter Vorteil berechnet und versteuert werden. Für Elektroautos gilt in dieser Zeit folglich eine 0,5 %-Regelung. Die Halbierung des geldwerten Vorteils bezieht sich dabei nicht nur auf die angesetzte Pauschale für die private Nutzung. Auch der Vorteil durch die Nutzung des Firmenwagens für den Weg zur Arbeit wird bei E-Autos nur mit dem halben Betrag angesetzt.

0,5 %-Regel für Hybrid-Autos

Die Förderung alternativer Antriebe beschränkt sich nicht nur auf reine Elektroautos. Auch Motoren, die mit Brennstoffzellen arbeiten und sogenannte Plug-In-Hybride kommen unter Umständen für die Steuererleichterungen in Frage. Wichtig ist, dass es sich nicht um Mildhybride handelt, die nicht rein elektrisch betrieben werden. Bei ihnen stellt der Elektromotor lediglich eine zusätzliche Kraft zur Verfügung. Hybride müssen eine von zwei Voraussetzungen erfüllen, um unter die 0,5 %-Regelung zu fallen:

  • Nicht mehr als 50 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer
  • Rein elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern