FIRMENWAGEN VERSTEUERN: 1% REGELUNG ODER FAHRTENBUCH FÜHREN? - Mann füllt Fahrtenbuch-Tabelle aus

Firmenwagen versteuern: 1% Regelung oder Fahrtenbuch führen?

Firmenwagen gehören zu den beliebtesten Zusatzleistungen für Arbeitnehmer. Viele Beschäftigte würden freiwillig auf rund 10 % ihres Gehalts verzichten, wenn ihr Arbeitgeber ihnen im Gegenzug einen Dienstwagen zur Verfügung stellt. Dabei profitieren nicht nur Angestellte, sondern auch der Arbeitgeber bei der Versteuerung des Firmenwagens. Lesen Sie hier alles zum Fahrtenbuch führen und der 1% Regelung für den Firmenwagen.

FIRMENWAGEN – SHORT FACTS!

  • Private Firmenwagen-Nutzung ist geldwerter Vorteil für alle Arbeitnehmer
  • Sie haben die Auswahl zwischen Pauschalabgabe mit 1%-Regelung oder Fahrtenbuch fahrtengenau
  • Wahl der Methode: Ihr Vorabcheck spart Ihnen Steuerabgaben ein
  • Sonderregelungen für Elektro- und Hybrid-Dienstwagen

Inhalt


1. Grundsätzliches zum Dienstwagen
2. Versteuerung von Firmenwagen
3. 1%-Regelung oder Fahrtenbuch: Was lohnt sich wann?
4. Die 1%-Regelung in der Praxis
5. Fahrtenbuch führen – die richtige Lösung für Sie?
6. Praxisbeispiele

1. GRUNDSÄTZLICHES ZUM DIENSTWAGEN

Es gibt steuerlichen Erleichterungen rund um Firmenwagen und geschäftlich genutzte Fahrzeuge. Dazu kommt: Nie war es einfacher Ihre hochrangigen Führungskräfte, verdiente Mitarbeiter und Außendienstler mit einem repräsentativen Firmenwagen auszurüsten. Schließlich sind Ihre Mitarbeiter mit einem repräsentativen Dienstwagen mobil, flexibel unterwegs und motiviert. Was die Lohnsteuerabrechnung und die Einkommenssteuererklärung angeht, sieht die Sache aber anders aus. Hier wird durch den Firmenwagen alles ein wenig komplizierter. Denn private Fahrten Ihrer Mitarbeiter mit dem Firmenwagen müssen ordentlich versteuert werden. Wir erklären, welche Möglichkeiten zur Versteuerung es gibt und was es mit der 1 %-Regelung für Firmenwagen und dem Fahrtenbuch auf sich hat. Steuerrecht ist nicht jedermanns Steckenpferd. Auch nicht, wenn es um die heißgeliebten Pferdestärken geht, die uns täglich von A nach B bringen, vielleicht sogar über C und D. Sie sind sich unschlüssig, wie Sie den Dienstwagen noch vorteilhafter Nutzen? Und dennoch im rechtlichen Rahmen bleiben? Finden Sie hier alles Wissenswerte zur Privatnutzung der Dienstwagen und wie Sie ihren Firmenwagen versteuern.

WAS GENAU VERSTEHT MAN UNTER EINEM DIENSTWAGEN?

Die Begriffe Dienstwagen und Firmenwagen sind in Deutschland gesetzlich nicht definiert. Wenn Sie als Arbeitgeber einem Mitarbeiter einen Dienstwagen zur Verfügung stellen, verpflichten Sie sich mit dieser Bezeichnung erst einmal zu gar nichts. Vielmehr können Sie alle Rechte, Pflichten und Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem Firmenwagen frei bestimmen. Wichtig werden Firmenwagen in der Regel, wenn es um steuerrechtliche Bestimmungen geht. Hier gilt das vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Fahrzeug nämlich, unabhängig von seiner Bezeichnung, als geldwerter Vorteil und muss dementsprechend versteuert werden. Der Fiskus spricht von zusätzlichem Einkommen – Sie und Ihre Mitarbeiter eher von neuer Mobilität. Warum einen Privatwagen extra kaufen, wenn der schicke BMW X3 außerhalb der Geschäftszeiten eh ungenutzt im Hof steht? In vielen Branchen ein Statussymbol nutzen Angestellte ebenso wie Unternehmer und Selbstständige den Mercedes, Audi oder sogar Maserati auch privat. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern noch keinen Firmenwagen anbieten, wie wäre es mit einem als Alternative zur Gehaltserhöhung? Übrigens: auch wenn der Chef einen BMW X5, Audi A6 oder Mercedes-Benz C-Klasse fährt gibt es bei Sixt alle Fahrzeugkategorien auch für Businesskunden. Zu Businesstarifen natürlich. VW up!, Opel Adam oder Renault Kangoo Rapid Maxi Kleintransporter – in unserer Firmenkunden-Flotte ist für jeden das richtige dabei.

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FIRMENWAGEN VERSTEUERN – DIE NUTZUNG IST ENTSCHEIDEND

Im Rahmen einer Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung ist die Einordnung als Firmenfahrzeug denkbar einfach. Das Kfz gehört dem Unternehmen und wird einem Angestellten vertraglich geregelt zur Nutzung überlassen. Komplizierter wird die Kategorisierung hingegen bei Einzelunternehmern und Selbstständigen. Hier entscheidet vor allem die anteilige Nutzung darüber, ob es sich formell um ein Dienstfahrzeug oder ein privates Auto handelt. Um ein Kfz mit dem Betriebsvermögen anschaffen und unterhalten zu dürfen, muss es mindestens zu 10 % betrieblich genutzt werden. Ab einer geschäftlichen Nutzung von 50 % muss es zwingend zum Firmenvermögen gezählt und die private Nutzung dementsprechend als geldwerter Vorteil versteuert werden. Das Finanzamt sieht einen Firmenwagen als geldwerten Vorteil – von daher ist die Angabe als „Dienstwagen“ kein Selbstläufer, sondern muss belegt sein. Sie senken mit der Nutzung eines Geschäftsautos Ihre privaten Kosten, die Sie bei einem privaten PKW hätten. Es gibt zwei verschiedene anerkannte Methoden, um die Privatnutzung nachzuweisen: Fahrtenbuch führen und die 1%-Regelung für Firmenwagen.

ZUSAMMENGEFASST:

  • Fahrzeug ist bei Anschaffung durch Kapitalgesellschaft ein Firmenfahrzeug
  • Auch bei Selbstständigen und Einzelunternehmern bei betrieblichem Nutzen über 50%
  • Bei 10-50% Nutzen Wahl zwischen Privat und Betrieb möglich
  • Geschäftswagen ist eine Alternative zu anderen Boni, die immer mehr Angestellte schätzen
  • Private Kosten werden gesenkt, daher geldwerter Vorteil
  • Nachweis für Finanzamt vonnöten/ratsam

2. FIRMENWAGEN VERSTEUERN

Durch die Bereitstellung eines Firmenwagens durch den Arbeitgeber entstehen Arbeitnehmern in zweierlei Hinsichten besondere Vorteile:

  • Nutzung des Pkw für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort
  • Nutzung des Pkw für private Fahrten

Dabei geht das Finanzamt vom sogenannten Anscheinsbeweis aus. Das bedeutet, dass für den Fiskus allein die Existenz eines Dienstwagens ausreicht, um zu unterstellen, dass dieser auch privat genutzt wird. Dementsprechend wird er als geldwerter Vorteil berechnet und Sie müssen den Firmenwagen versteuern. Der Anscheinsbeweis kann jedoch auf verschiedene Arten widerlegt werden:

  • Die private Nutzung des Dienstwagens ist vertraglich ausdrücklich untersagt, wobei das Verbot auch kontrolliert und durchgesetzt wird
  • Der Arbeitnehmer besitzt privat ein vergleichbares Fahrzeug, das er oder sie nutzen kann
  • Der Firmenwagen eignet sich nicht zur privaten Nutzung beispielsweise, weil es ein Werkstattwagen oder besonderes Modell ist
  • Führen eines Fahrtenbuchs im Gegensatz zur 1%-Regelung zeigt die Nutzung des Firmenwagens nur zu dienstlichen Zwecken

Die Versteuerung des Firmenwagens als geldwerter Vorteil geht nicht nur Ihren Arbeitnehmer, sondern auch Sie als Arbeitgeber etwas an. Die Nutzung des Firmenwagens muss, solange kein Privatnutzungsverbot ausgesprochen wurde, bei der Lohnabrechnung berücksichtigt werden: Der jährliche geldwerte Vorteil durch einen Dienstwagen ist nämlich nach wie vor lohnsteuerpflichtig.

3. FIRMENWAGEN VERSTEUERN: 1%-REGELUNG ODER FAHRTENBUCH FÜHREN?

Denken Sie daran: ein Wechsel zwischen der 1%-Regelung für den Firmenwagen und einem geführten Fahrtenbuch zur Versteuerung ist immer nur zum Jahreswechsel möglich. Dieses aber jedes Jahr. Außerhalb des Kalenderwechsels tauschen Sie, wenn Sie das Fahrzeug selbst durch ein neues ersetzen.

Ob Sie lieber die 1% Regel für den Firmenwagen nutzen oder ein Fahrtenbuch führen, entscheiden Sie. Beachten Sie am besten die folgenden Punkte:

  • Die jährliche Fahrleistung in Kilometern
  • Wie oft Sie den Geschäftswagen privat nutzen
  • Wie weit Ihr Arbeitsort entfernt ist
  • Der Fahrzeugwert, der modellabhängig ist

Wir sprechen bei Ihnen nicht nur von einem Firmenwagen, sondern von einer ganzen Flotte? Und Sie sind skeptisch ob Ihre Mitarbeiter das Fahrtenbuch ordnungsgemäß führen? Die Lösung: nutzen Sie beide Methoden. Sie versteuern als Arbeitgeber den Betrag ganz einfach mit der pauschalen 1%-Regelung und minimieren so Ihr Haftungsrisiko. Weist das Fahrtenbuch Mängel auf, haftet der Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer reicht mit der Einkommenssteuerveranlagung seine Abrechnung des Fahrtenbuchs ein. Und das Finanzamt errechnet neu und korrigiert die Steuerberechnung. Zuviel gezahlte Steuerbeträge werden erstattet. Günstig in diesem Fall: wenn der Fiskus das Fahrtenbuch nicht anerkennt oder Mängel feststellt, berechnen sie automatisch nach der Pauschalmethode.

Als Arbeitgeber zahlen Sie somit für alle Dienstwagen einen festen und planbaren Preis jeden Monat. Pluspunkt für den Arbeitnehmer: er sichert sich steuerlich ab und hat Versteuerungsarten zur Auswahl: wenn er feststellt, dass seine privaten Kilometer höher als geplant waren und dass die 1-Prozent-Regelung die bessere Option ist, dürfen Sie Ihr Fahrtenbuch außer Acht lassen und nach der 1-Prozent-Regelung abrechnen. Ohne Fahrtenbuch gibt es am Ende des Jahres keine Wahl, dann muss der Firmenwagen nach der 1%-Regelung versteuert werden.

WAS LOHNT SICH WANN?

1%-REGELUNGGFAHRTENBUCH
OrganisationAll-inclusive-Pauschal-Variante,  kein Aufwand
Optimale Steuerlast

Sinnvoll bei hohem Dienstweg-Anteil der Fahrten

Bei größerem FuhrparkNutzen Sie doch einfach beide Methoden: wenden Sie die pauschale 1%-Regelung an und der Mitarbeiter führt das Fahrtenbuch und veranschlagt dieses im Jahresausgleich
Bei kurzem ArbeitswegDieser Privatanteil fällt im Fahrtenbuch weniger ins Gewicht
Freie Wahl?Bei Selbstständigen: Firmenwagen muss zu mehr als 50% dienstlich genutzt werdenBei Privatanteil mehr als
50% verpflichtend

4. DIE 1 %-REGELUNG FÜR FIRMENWAGEN IN DER PRAXIS

Um die fälligen Abgaben zu ermitteln, kann mit der 1 %-Regelung eine Pauschale festgesetzt werden. Der so bestimmte Betrag wird zum Bruttolohn Ihres Angestellten addiert und somit entsprechend von der Lohn- und Einkommenssteuer erfasst. Den Nutzungswert des Firmenwagens versteuern Sie als Arbeitnehmer wie den Arbeitslohn. Vorteil: eine Überprüfung durch das Finanzamt der Fahrten muss nicht erfolgen. Und: der Arbeitgeber kann den Mehrwert pauschal versteuern und durch einen entsprechenden Eintrag auf der Lohnsteuerkarte entfällt eine monatliche Neuberechnung.

DIE GRUNDLAGE DER 1 %-REGELUNG: DER BRUTTOLISTENPREIS DES FIRMENWAGENS

Wenn Sie Ihren Firmenwagen versteuern und nach der 1 %-Regelung abgeben, wird die tatsächliche private Nutzung nicht berücksichtigt. Zu versteuernde Beträge werden pauschal festgesetzt. Der pauschal errechnete geldwerte Vorteil orientiert sich ausschließlich am Wert des Autos. Dieser wird durch den Bruttolistenpreis des Herstellers inklusive etwaiger Sonderausstattung und Umsatzsteuer zum Zeitpunkt der Erstzulassung bestimmt. Der tatsächliche Kaufpreis des Fahrzeugs ist hingegen unerheblich. Ein Grund, warum Gebrauchtwagen als Firmenauto für Arbeitnehmer mehr als unattraktiv sind.

VERSTEUERUNG VON FAHRTEN ZWISCHEN WOHNUNG UND ARBEITSORT MIT DER 1%-METHODE

Zur Berechnung des geldwerten Vorteils aus Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Erhöhung um 0,03 % des Bruttolistenpreises pro Kilometer Entfernung (einfache Strecke)
  • 0,002 % des Bruttolistenpreises pro tatsächlich durchgeführter Fahrt und Entfernungskilometer. Dieses greift zum Beispiel immer bei doppelter Haushaltsführung.

Wer den Dienstwagen für den Weg zur Arbeit nutzt, ist mit der pauschalen Besteuerung von 0,03 % des Bruttolistenpreises günstiger dran, bei wenigen Fahrten mit dem Firmenwagen zur Arbeit empfiehlt sich die genauere Abrechnung. Hier erfolgt eine Einzelauflistung der Fahrten, die mit 0,02% des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer angerechnet werden.

VERSTEUERUNG DER PRIVATEN FIRMENWAGENNUTZUNG MIT DER 1 %-REGELUNG

Der geldwerte Vorteil durch die Möglichkeit der privaten Nutzung des Firmenwagens wird pauschal mit 1 % des Bruttolistenpreises pro Monat versteuert. Das heißt, je hochwertiger und damit teurer ein Dienstauto ist, desto höher fällt auch der zu versteuernde Anteil aus.

Wichtig: Der Wechsel zwischen pauschaler Besteuerung nach der 1 %-Regelung und dem Führen eines Fahrtenbuchs und Abrechnung nach tatsächlich gefahrener Strecke ist prinzipiell möglich. Sie und Ihre Angestellten können also immer den größtmöglichen Vorteil aus Ihrem Firmenwagen herausholen – selbst wenn sich das Nutzungsverhalten drastisch verändert hat. Der Wechsel ist aber immer nur zum Jahresende oder bei Übernahme eines neuen Dienstwagens möglich. Arbeitnehmer haben zusätzlich die Möglichkeit, in der Einkommenssteuerveranlagung die für sie günstigere Versteuerung zu wählen.

BITTE BEACHTEN SIE:

  • Ein Wechsel während des Kalenderjahres ist nicht möglich – allerdings kann die Entscheidung in der Einkommenssteuererklärung geändert werden.
  • Nutzt der Beschäftigte den Firmenwagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort, kann dieser Betrag, ähnlich wie ein Fahrtkostenzuschuss, vom Arbeitgeber pauschal versteuert werden. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer in seiner Einkommenssteuererklärung aber keine Entfernungspauschale im Rahmen der Werbungskosten mehr geltend machen.
  • Begrenzt der Chef oder die Firma den Einsatz des Dienstwagens auf die Fahrten zur Arbeit(sstätte) muss die 1%-Anrechnung erfolgen.

1%-REGELUNG FÜR FIRMENWAGEN MIT ALTERNATIVEN ANTRIEBEN

Die Regierung der Bundesrepublik sieht Elektromobilität als wichtige Zukunftstechnologie und fördert sie dementsprechend mit zahlreichen Maßnahmen. Neben Kaufprämien für Elektroautos und der Einrichtung attraktiver Parkplätze und Lademöglichkeiten in den Innenstädten gehören dazu auch Steuererleichterungen. Um die Nutzung von Elektroautos und sogenannten Plug-In-Hybriden als Firmenwagen attraktiver zu gestalten, fallen vom 1. Januar 2019 bis vorerst 31. Dezember 2021 geringere Abgaben an.

0,5 %-REGELUNG UND 0,25%-REGELUNG FÜR ELEKTROAUTOS

Voraussetzung für die Vergünstigungen ist, dass das entsprechende Elektroauto nicht bereits vor dem 1. Januar 2019 als Firmenwagen genutzt wurde. Es gelten nur Neuzulassungen, wodurch vor allem der Wechsel zu Elektroautos gefördert werden soll. Entscheidend ist hier der Neupreis des Fahrzeuges.
Fahrzeuge, die die Kriterien für die Steuererleichterungen erfüllen, sowie einen Bruttolistenpreis von mehr als 60.000 EUR haben, müssen für einen Zeitraum von vorerst drei Jahren nur mit der Hälfte des eigentlichen Betrages als geldwerter Vorteil berechnet und versteuert werden. Für Elektroautos gilt in dieser Zeit folglich eine 0,5 %-Regelung. Die Halbierung des geldwerten Vorteils bezieht sich dabei nicht nur auf die angesetzte Pauschale für die private Nutzung. Auch der Vorteil durch die Nutzung des Firmenwagens für den Weg zur Arbeit wird bei E-Autos nur mit dem halben Betrag angesetzt. Günstigere Modelle mit geringerem Bruttolistenpreis als den genannten für den Firmenwagen versteuern Sie mit lediglich 0,25%. Beachten Sie, dass eventuelle Sonderausstattungen inkludiert werden müssen.

0,5 %-REGEL FÜR HYBRID-AUTOS

Die Förderung alternativer Antriebe beschränkt sich nicht nur auf reine Elektroautos. Auch Motoren, die mit Brennstoffzellen arbeiten und sogenannte Plug-In-Hybride kommen unter Umständen für die Steuererleichterungen in Frage. Wichtig ist, dass es sich nicht um Mildhybride handelt, die nicht rein elektrisch betrieben werden. Bei ihnen stellt der Elektromotor lediglich eine zusätzliche Kraft zur Verfügung. Hybride müssen eine von zwei Voraussetzungen erfüllen, um unter die 0,5 %-Regelung zu fallen:

        1. Nicht mehr als 50 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer
        2. Rein elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern
ZUSAMMENGEFASST: 

  • Neue Regelungen ab dem 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2030
  • Bei der Privatnutzung von E-Firmenwagen mit einem Bruttolistenpreis unter 60.000 EUR müssen nur noch 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden
  • Bei Elektroautos über 60.000 EUR elten 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises
  • Hybridfahrzeuge versteuern Sie mit ebenso 0,5 Prozent
  • Voraussetzungen für Plug-in-Hybride: mindestens 40 Kilometer elektrische Reichweite sowie maximal 50 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer.

5. FAHRTENBUCH FÜHREN – DIE RICHTIGE LÖSUNG FÜR SIE?

Während die pauschale Versteuerung nicht Ihrem tatsächlichen Fahrverhalten entspricht, rechnen Sie mit dem Fahrtenbuch Fahrt genau ab. Sinnvoll, wenn Sie wenig privaten Anteil an Ihren Fahrten haben, da sparen Sie sich Geld. Unser Tipp: wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, welche Methode sich für Sie rechnet, testen Sie das erste Jahr mit dem Fahrtenbuch an.

VORTEIL FAHRTENBUCH FÜHREN

Die Fahrt von der Wohnung zur ersten Tätigkeitstätte, in der Regel dem Arbeitsort, erhöht die 1%-Pauschale um 0,03 % des Bruttolistenpreises. Bei Außendienstmitarbeitern entfällt dieses, sobald die vom Wohnort direkt ohne Umweg über die Firma zu den Kundenterminen fahren. Diese Fahrt gilt nicht als Arbeitsweg, sondern als Fahrt im Rahmen einer Auswärtstätigkeit. Das Fahrtenbuch ist wegen der detaillierten Dokumentation hier die empfehlenswerte Alternative.

FAHRTENBUCH FÜHREN – DIGITAL ODER ANALOG?

Mobility 2.0 – mit Fahrtenbüchlein im Handschuhfach? Viele nutzen elektronische Fahrtenbücher für die Aufzeichnung, die Vorteile liegen auf der Hand:

  • kein Papierkram: das schont die Nerven und die Umwelt
  • kein Zeitverlust: viele Apps zeichnen automatisch die Fahrten auf, Sie müssen diese dann nur noch zuordnen
  • keine Lücken: durch das Aufzeichnen gehen keine Strecken verloren
  • keine Flüchtigkeitsfehler: diese stiften Verwirren beim Überprüfen durch den Fiskus

Doch es gibt auch einen Haken: nicht jede App hält, was sie verspricht. Das Finanzamt gibt leider keine Zertifizierungen heraus, sodass lediglich geschriebene Anforderungen der Steuerbehörde existieren. Ein Punkt ist, dass nachträgliches Bearbeiten seitens der App ausgeschlossen sein muss, damit nicht manipuliert wird. Um sicher zu stellen, dass der Fiskus das digitale Fahrtenbuch akzeptiert, können Sie eine Einzelfallprüfung veranlassen. Entweder durch eine Lohnsteuer-Außenprüfung oder Sie nutzen die Software einen Monat und reichen dieses dem Finanzamt zum Prüfen ein.

FAHRTENBUCH FÜHREN – DAS MUSS REIN

Sichern Sie sich ab, indem Sie Ihr Fahrtenbuch korrekt führen – ansonsten stuft Sie das Finanzamt auf die 1% Regel zurück – und Ihr Aufwand war umsonst. Deshalb geben Sie diese Punkte unbedingt immer mit an:

  • amtliches Kennzeichen
  • Fahrer
  • Datum
  • Reiseziel
  • Name Termin
  • Route der Fahrt
  • Zweck der Fahrt
  • Kilometerstand am Fahrtziel

Bitte nicht machen – die Don‘ts des Fahrtenbuchs

Entscheiden Sie sich dazu, ein Fahrtenbuch zu führen, sollten Sie die nachfolgenden Fehler vermeiden:

  • Fahrtenbuch als Excel-Tabelle: leicht überschreibbar, das wird nicht anerkannt
  • keine Zettelsammlung: ein Fahrtenbuch muss in sich geschlossen sein, also ein gebundenes Buch. Und ehrlich gesagt will niemand Ordnung in das Papierchaos eines anderen bringen.
  • Abkürzungen verwenden – aber die Legende vergessen. Klar, die Abkürzung macht für Sie Sinn. Der Prüfer vom Finanzamt denkt vielleicht nicht so scharfsinnig. Und lehnt Ihr Fahrtenbuch ab.
  • Lücken lassen. Da gibt es keine Diskussion seitens des Fiskus, abgelehnt
  • Richtigkeit: Fahrten an Tagen, wo der Firmenwagen laut Nachweis in der Werkstatt war, sind schwer zu erklären

6. Firmenwagen versteuern: Praxisbeispiel Fahrtenbuch führen und 1%-Regelung

Anhand des beliebten Firmenwagenmodells VW Tiguan zeigen wir die Versteuerung auf, den Bruttolistenpreis haben wir der Einfachheit halber gerundet. Grundlage ist der ADAC Autokatalog.

1% REGELUNG

Arbeitnehmer fährt 10km zur Arbeit(sstätte) und fährt 8000 km privat pro Jahr VW TIGUAN (Modell 1.5 TSI OPF ACT LIFE ab 09/20)
Bruttolistenpreis gemäß ADACca. 30.000 EUR
Kilometerpauschaleentfällt, nur bei Fahrtenbuch
Private Nutzung: Bruttolistenpreis 1% pro Monat*123.600 EUR
Fahrten zur Arbeitsstätte: 0,03 % Bruttolistenpreis *10 km*121.080 EUR
Bruttogehalt Arbeitnehmer36.000 EUR
Zu versteuern40.680 EUR

FAHRTENBUCH

Arbeitnehmer fährt 10km zur Arbeit(sstätte) und fährt 1000 km privat pro Jahr VW TIGUAN (Modell 1.5 TSI OPF ACT LIFE ab 09/20)
Bruttolistenpreis gemäß ADACca. 30.000 EUR
Kilometerpauschale0,3 EUR/Kilometer
Private Nutzung: 8000 km*Kosten/km2.400 EUR
Fahrten zur Arbeitsstätte: 230 Tage *20 km*Kosten/km1.380 EUR
Bruttogehalt Arbeitnehmer36.000 EUR
Zu versteuern38.400 EUR

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